Kloster und Klosterkirche

Seit fast 300 Jahren steht das Dominikanerinnenkloster nun gegenüber der Wörishofener Pfarrkirche St. Justina. Im Laufe der langen Jahre hat es viel Unbill überstanden. Noch heute besteht es fort und bietet den Schwestern einen Ort der Sicherheit und Beständigkeit.

Das Kloster

Das Kloster der Dominanerinnen betritt man über die Pforte, den Empfangsbereich des Gebäudes. Die Pforte ist mit modernster Technik ausgestattet. Schwester Angela begrüßt hier die Gäste des Hauses.

In seinen Gemäuern beherbert das barocke Kloster die Klosterkirche, die Marienkapelle, den Kreuzgang und den Innenhof, das Refektorium, den Kapitelsaal, die Zimmer der Schwestern, das "Josefszimmer", die klostereigenen Schneiderei und das Kneippmuseum mit Museumsgarten.

Vom Kreuzgang aus betritt man die Kreuzkapelle, die vor wenigen Jahren neu eingerichtet wurde und im Winter geheizt werden kann. Hier finden die tägliche Eucharistiefeier, das Chorgebet (6:00 Uhr Laudes, 11:45 Uhr Mittagshore, 17:10 Uhr Vesper) und die Anbetung statt.

Die Klosterkirche

Gottesdienstzeiten

Sonntag: 10.00 Uhr Kurgottesdienst
Mittwoch: 11.00 Uhr Kurgottesdienst
Freitag: 11.00 Uhr Kurgottesdienst

Rosenkranz täglich 16.30 Uhr Montag bis Freitag
Beichtgelegenheit (samstags, Anschlag in der Kirche)

Beschreibung

Nachdem 1721 die ersten Schwestern, die vom Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Augsburg nach Wörishofen wechselten, das neu errichtete Kloster bezogen hatten, war 1723 auch die Klosterkirche fertiggestellt. Sie wurde am 23. September 1723 geweiht. Der nördliche Trakt des Klosters endet im Westen mit der Kirche, die in den Klosterbau integriert ist.

Das „Haus des Herrn“ wurde besonders in der Barockzeit als „Pforte des Himmels“ verstanden und deshalb reich ausgestattet, was auch in der Wörishofer Klosterkirche der Fall ist. Der Raum der Kirche besteht aus dem Langhaus, das man von der Straße betreten kann.

Hinter dem Hochaltar liegt der Schwesternchor, der vom Kreuzgang im Kloster betreten wird und nicht öffentlich zugängig ist (dessen Boden ist ein Stockwerk höher als das Langhaus).

Erbauer des Klosters und der Kirche war der Architekt Franz Beer von Bleichten. Die überwiegend weiße Stuckdekoration mit wechselnd farbigem Untergrund gestaltete Dominikus Zimmermann. Sie gehört mit zum Schönsten in der Kirche.

Die Künstler der zahlreichen Fresken waren der Konstanzer Barockmaler Carl Stauder und der Münchener Hofmaler Johann Baptist Zimmermann.

Eine Einheit bilden die drei Altäre zusammen mit dem großen Deckenfresko „Maria als Königin und Beschützerin des Dominikanerinnenklosters“ von Johann Baptist Zimmermann.

Das Besondere an den Altären sind die kostbaren Intarsienarbeiten aus verschiedenen Hölzern und die Boullemarketerien (Einlegearbeiten) aus Horn, Messing und Zinn von dem Dominikanerbruder Valentin Zindter OP und seinen Gehilfen.

Die Altarbilder wurden von Franz Haagen, Neuburg, geschaffen. Das Hochaltarbild zeigt Maria als Königin der Engel im Angesicht der Heiligsten Dreifaltigkeit und ganz unten im Bild das Kloster Wörishofen. Ebenfalls von Valentin Zindter stammt die Kanzel mit einem reich gestalteten Schalldeckel, auf dem der heilige Dominikus steht, der Gründer des „Predigerordens“ der Dominikaner.

Das neubarocke Orgelgehäuse von 1898 fügt sich gut in den Kirchenraum ein und wurde mehrfach repariert, verbessert und überholt. Die Emporenbrüstung ist mit einem Aufsatz aus reichem Gitterwerk versehen, da sich auf der Empore früher der Chor der Laienschwestern befand.

Ein Schriftenstand mit religiöser Literatur befindet sich hinten in der Klosterkirche.

Auch die Sakristei hinter dem Hochaltar besitzt eine Stuckdecke von Dominikus Zimmermann und Schränke von Bruder Valentin Zindter.

Schon zur Zeit der Gründung des Klosters kam die „Einsiedelmadonna“ mit den ersten Schwestern nach Wörishofen. Sie fand ihren Platz in der Marien- oder Gnadenkapelle, die ihre heutige Gestaltung 1956 nach einem verheerenden Brand erhielt. Die Deckenmalerei von Mutter Donatilla von Eckart, ein Blumen- und Pflanzenhimmel, ist besonders hervorzuheben, als Lobpreis auf den Schöpfer und Bezug zu den Heilkräutern Pfarrer Sebastian Kneipps.