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Das Kloster der Dominikanerinnen in Bad Wörishofen

Die Geschichte des Klosters

1718 Beschluss des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in Augsburg: Gründung eines Klosters mit „strenger Observanz“ in Wörishofen / Die ersten Schwestern beziehen das neue Kloster in Wörishofen
1721 Erster Gottesdienst im neu errichteten Konventgebäude
1723 Fertigstellung und Weihe der Klosterkirche am 12. September
1800 Besetzung, Plünderung des Klosters durch französische Truppen
1802 Säkularisation – das Kloster wird Eigentum des Königreichs Bayern. Die Schwestern dürfen bleiben, doch keinen Nachwuchs aufnehmen
1842 Neuanfang: Wiedergründung durch König Ludwig I. von Bayern
1843 Errichtung von Mädchenschule und Erziehungsanstalt
1855 Pfarrer Sebastian Kneipp wird Beichtvater und Hausgeistlicher im Kloster
1859 Filialgründung in Türkheim (bis 1975)
1896 Übertritt vom II. zum III. Orden des Hl. Dominikus
1897 Pfarrer Kneipp stirbt im Kloster
1929 Filialgründung in Oberaudorf (bis 1994)
1954 Beginn des eigenen Kurbetriebs
1981 „Kurheim der Dominikanerinnen“
1985 Beginn der Instandsetzungsarbeiten von Kirche und Kloster (bis 1995)
2005 Übergabe des Kurheims der Dominikanerinnen an Kolping Augsburg (heute "KurOase im Kloster")
2021 300-Jahrfeier des Klosters

Die Geschichte im Detail

Christina von Fronhofen bei Ravensburg, die Witwe von Heinrich von Wellenburg, vermachte 1243 ihren Besitz in Wörishofen dem Dominikanerorden mit der Auflage einer Klostergründung. Der Dominikanerorden übergab diese Schenkung den Dominikanerinnen von St. Katharina in Augsburg.

1717, knapp 500 Jahre später, sollten aufgrund einer päpstlichen Verordnung in jeder Ordensprovinz zwei Konvente ein Leben der „strengen Observanz“ annehmen, das heißt ein beschauliches Kloster mit strenger Klausur, Anbetung, Stillschweigen, strengem Fasten und Enthaltung von Fleischspeisen. Die Gemeinschaft von St. Katharina in Augsburg wollte nicht selbst dem Wunsch von Papst Clemens XI. nachkommen und entschied sich, in Wörishofen ein Kloster zu bauen, dessen Dominikanerinnen ein Leben der „strengen Observanz“ annehmen sollten.

Das Kloster "Maria, Königin der Engel" wurde 1718 gegründet. Die ersten Schwestern von Augsburg trafen in Wörishofen ein und zogen in das sog. "Schlößle" ein, das Amtsgebäude, in dem der Augsburger Klosterverwalter residierte. Im Oktober 1721 fand eine erste Andacht im neu errichteten Konventgebäude statt. Dieser Gottesdienst galt als Gründungstag des Klosters.

1723 wurde die Klosterkirche fertiggestellt. 80 Jahre lang, von 1721 bis 1800, konnte sich das Kloster in Frieden entfalten und die Schwestern sich ihrer religiösen Berufung hingeben.

Im Mai 1800 wurde das Kloster während der napoleonischen Kriegszüge von französischen Soldaten besetzt. Diese drangen in die Klausur ein, entwendeten und zerstörten geweihte Gegenstände, plünderten und raubten im Kloster und im Dorf. Kaum war diese Schreckenszeit vorbei, folgte im November 1802 die Säkularisation. Das Kloster wurde seiner Güter beraubt und zum Eigentum des Königreichs Bayern. Die Schwestern durften nach langem Bitten weiterhin im Klostergebäude wohnen, jedoch keine Novizinnen mehr aufnehmen. So zählte der Konvent noch sieben Schwestern und war vom Aussterben bedroht.

40 Jahre nach Beginn der Säkularisation, ermöglichte König Ludwig I. von Bayern durch Dekret einen neuen Anfang für das Kloster in Wörishofen. Sankt Katharina in Augsburg überstand die Säkularisation nicht. In den dortigen Klostergebäuden befindet sich heute das Holbeingymnasium.
Bedingung für den Neuanfang im Kloster in Wörishofen war die Übernahme der Mädchenschule der Pfarrei und die Gründung einer Erziehungsanstalt für verwahrloste und verwaiste Mädchen. In der folgenden Zeit erlebte das Kloster in Wörishofen einen neuen Aufschwung. Es gab wieder Ordensnachwuchs, die beschädigten Gebäude wurden renoviert, Paramentenstickerei und Klosterarbeiten erlebten ihren Höhepunkt. In Türkheim wird 1859 eine Filiale errichtet.

1860 konnte das Kloster vom Staat zurückgekauft werden.

Von großer Bedeutung für die weitere Zukunft des Klosters und auch des Ortes Wörishofen war, dass dem Kloster 1855 Pfarrer Sebastian Kneipp als Beichtvater und Hausgeistlicher zugeteilt wurde. Hier im Kloster begann durch Pfarrer Kneipp die Entwicklung des kleinen Bauerndorfes zum weltberühmten Kneipp-Heilbad. Noch unterstand das Kloster der strengen Observanz. Wegen der vielen neuen Aufgaben und vor allem auch wegen des großen Zulaufs kranker und hilfesuchender Menschen bei Pfarrer Kneipp entschlossen sich die Schwestern 1896 vom II. zum III. Orden des Hl. Dominikus überzutreten. Damit war die strenge Klausur aufgehoben.

Am 17. Juni 1897 starb Pfarrer Sebastian Kneipp im Kloster der Dominikanerinnen in Wörishofen.

Im 20. Jahrhundert bauten die Schwestern den Schulbetrieb aus. Die wachsende Schwesternzahl führte zu einer weiteren Filialgründung in Oberaudorf (1929 – 1994) mit ähnlichen Aufgaben wie in Wörishofen. Im Sinne Kneipps wurde 1954 ein eigener Kurbetrieb eingerichtet.

1981 wurde das unter Pfarrer Sebastian Kneipp errichtete Schul- und Internatsgebäude in das „Kurheim der Dominikanerinnen“ umgewandelt. Dieses wurde 2005 an das Kolpingwerk abgegeben und wird seither als „KurOase im Kloster“ weitergeführt.

Die 1885 gegründete Haushaltungsschule musste 1969 aufgelöst werden. Der seit 1951 bestehende hauswirtschaftliche Grundlehrgang wurde 1981 beendet. 1977 musste die Wirtschaftsschule (Handelsschule) aufgegeben werden, die seit 1928 bestanden hatte. Der 1899 gegründete Kindergarten wurde 1995 von der Pfarrei St. Justina übernommen. Das seit 1847 bestehende Heim für Waisenkinder, welches zuletzt ein Kinderhort war, wurde 1983 geschlossen. Grund für die genannten Schließungen war vor allem fehlender Nachwuchs, der zu einem Rückgang der Zahl der Schwestern führte.

Von Anfang an gehörte zum Kloster eine Landwirtschaft. Pfarrer Kneipp konnte mit seinem großen Wissen im Obstbau, Ackerbau und in der Vieh- und Bienenzucht zu Verbesserungen der klösterlichen Landwirtschaft beitragen. 1982 stellten die Schwestern auf biologischen Anbau um. 2017/2018 wurden die landwirtschaftlichen Flächen verpachtet. Die landwirtschaftlichen Gebäude wurden abgerissen. An ihrem Platz entstanden zwei Neubauten mit 20 Mietwohnungen, die sozial schwächeren Mitmenschen Wohnraum zu günstigen Mieten bieten.

Die Dominikanerinnen von Bad Wörishofen sind heute eine kleine Gemeinschaft, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von vielen Tätigkeiten zurückziehen musste.

Zum täglichen Chorgebet und der hl. Messe der Schwestern in der Kreuzkapelle sind Gäste herzlich eingeladen.

Durch ihr Dasein wollen die Schwestern heute ihr Ordensleben bezeugen und im Sinne des Hl. Dominikus „als Gemeinschaft eine Predigt sein“.

Geschichtlicher Überblick in Kurzform

herausgegeben zur 300-Jahrfeier der Dominikanerinnen

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